Bohrlochsanierungsverfahren

nominiert zum XVIII. Thüringer Innovationspreis 2015

 

Pro Jahr werden ca. 2,6 Mrd. € Bundesweit für Straßenreparaturen aufgewendet (ebenfalls 2,6 Mrd. € für den Neubau). Mit der vorliegenden Entwicklung können ca. 10% (260 Mio. €) eingespart werden! Denn die Straßenbauindustrie muss beim Abschluss eines neu errichteten Straßenbauabschnittes alle 10.000m – 100 Bohrkerne entnehmen, welche im Labor den Aufbau der Straße nachweisen, so dass Gewährleistungen darauf bezogen werden können.

Verfüllt werden die entstandenen Bohrlöcher mit vorhanden Schüttgut und Kaltmischgut. Das heißt, die neue Straße bekommt sofort eine Sollbruchstelle, die Angriffsfläche für Schwerlast und Witterung ist.

Fazit; durch die LKW-Belastung sowie Wasser und Frost löst sich die Verfüllmaße aus dem Loch und es entstehen Schlaglöcher. Die Kosten für die Reparatur auf Autobahnen belaufen sich leicht auf 10.000 Euro mit Genehmigung und Absperrung.

Dieser Problematik hat sich die Herwig Bohrtechnik Schmalkalden GmbH angenommen. Dipl.-Ing. Peter Herwig entwickelte ein System-Hinterschnittwerkzeug, das möglichst mit vorhandener Technik auf der Baustelle gekoppelt werden kann, und ein Verfahren, mit dem ein Hinterschnitt erzeugt werden kann, welcher beim Verschluss mit dem Verfüllmaterial einen größeren Haftverbund darstellt. Innerhalb von 3 Minuten ist mit dem Werkzeug in eine Bohrung von 160 mm Durchmesser, ein Hinterschnitt von 10 mm Breite und 10 mm Tiefe herzustellen; ein geringer Mehraufwand für einen enormen Nutzen.

Die Schwierigkeit der Entwicklung besteht darin, dass ein robustes Baustellenwerkzeug entstehen muss, welches automatisch in der Bohrung eine Querbewegung von etwa 20 mm ausführt und nach dem Fräsen sich mittels Zahnstangengetriebe in die Ausgangsstellung zurückführen lässt.

Ergebnis:

  • Hinterschnittwerkzeug mit einer schneidenden Einheit, welche auf einen verschiebbaren Schlitten gelagert ist, der mittels Feder eine individuelle Anpassung an jeden Kernbohrungsdurchmesser ermöglicht
  • Der Fräser ist mit Hartmetallspitzen bestückt
  • Zwei zusätzliche Abstützrollen gegenüber dem Hauptfräskopf mit kleinerem Durchmesser dienen dazu die Fräsleistung und die Standzeit des Werkzeugs zu erhöhen
  • Antrieb des Werkzeugs mit dem hydraulischen Antrieb des auf der Baustelle vorhanden mitgeführten Bohrwagenanhängers

 

 

 

Nominiert beim XVIII. Innovationspreis

 

Dieses Projekt war eine Kooperationsprojekt mit den Firmen STB Prüfinstitut für Baustoffe und Umwelt GmbH, Dr. Hutschenreuther Ingenieurgesellschaft für bautechnische Prüfung mbH und dem IAB Weimar e.V. und wurde gefördert durch: